24/12/2025 0 Kommentare
Wandelkrippe 2025 St. Cäcilia
Wandelkrippe 2025 St. Cäcilia
# Spirituelle Impulse - St. Cäcilia

Wandelkrippe 2025 St. Cäcilia
Auch in diesem Jahr will uns unsere Wandelkrippe durch den Advent begleiten. Nachdem wir in den vergangenen Jahren schon oft das Evangelium des entsprechenden Adventsonntags als Grundlage für die Gestaltung genommen haben, sind es in diesem Advent die Lesungen aus dem Buch Jesaja. Dabei soll die Gestaltung nicht nur die Lesung illustrieren, sondern uns nachdenklich machen und zum Handeln inspirieren.
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Weihnachten
Die Gemeinde St. Cäcilia wünscht allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest


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4. Advent

Stellen wir uns vor, wir würden vor einer kniffligen Entscheidung stehen, die dazu noch eine große Tragweite hat. Und ein Freund, den wir durchaus schätzen, würde zu uns sagen: Du glaubst doch an Gott. Dann bitte ihn doch, er soll Dir ein Zeichen geben, wie du dich entscheiden sollst.
Was würden wir antworten, besser noch was würden wir tun? Ich vermute mal, wir würden uns ähnlich verhalten wie der König Ahas in der Lesung heute. Der sucht erst einmal eine Ausrede, um sich nicht an Gott wenden zu müssen. Warum?
Gott zu vertrauen birgt immer auch ein Risiko. Ein mögliches Motiv wäre die Angst, dass Gott etwas entscheiden würde, was der König selbst eigentlich nicht will. Was dann? Dann müsste er dem Rat folgen. Oder?
Ein anderer Grund könnten sein Stolz und sein Egoismus sein, die sich schützend vor ihn stellen, um sein Selbstvertrauen zu stärken: „Ich bin der König, es ist mein Volk und es ist mein Krieg! Ich entscheide!“
Wie halten wir es mit der Vertrauenswürdigkeit Gottes? Wie weit sind wir bereit Gott zu vertrauen, dass er ganz real in unser Leben eingreift?
Gott braucht nicht unsere Zustimmung.
Er gibt von sich aus ein Zeichen. Es ist kein spektakuläres Ereignis. Eine junge Frau ist schwanger. Das ist etwas ganz Alltägliches. Ein Kind wird geboren werden. Das ist das Normalste von der Welt. Und doch ist nichts normal in dieser Geschichte und nichts alltäglich. Das Kind wird Emanuel heißen: Gott mit uns.

Gott gibt das Zeichen seiner Nähe und seines Dasein allen Menschen – den Offenen, den Misstrauischen, den Wartenden, den Gleichgültigen.
Es kommt darauf an das Wunder im Alltäglichen zu entdecken.
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3. Advent

Was macht man, wenn man einfach nicht glauben kann, dass sich etwas ändert? Wenn alle Erfahrung dafür spricht, dass es nicht besser wird. Oder schlimmer noch, wenn es sich immer noch zum Schlechteren wandelt. Was macht man da?
Ganz einfach - und weit verbreitet! Man steckt den Kopf in den Wüstensand. Da hört man die Welt und ihren Lärm nicht mehr. Man kann sich ganz gut hinter sich selbst verstecken. Nur irgendwann hält man sich auch selbst nicht mehr aus. Und weil man ein Teil dieser Welt ist, muss man wieder zu ihr zurückkehren.
Wüstenzeiten, so nennen wir sie. Die meisten von uns kennen sie. Wenn nichts mehr blüht. In den Beziehungen, im Beruf. Wenn wir danach dürsten das Leben in uns zu spüren und nicht nur zu funktionieren. Wenn wir Gott nicht mehr in unserem Leben spüren und unsere Gebete auf taube Ohren stoßen. So meinen wir jedenfalls.
Dann sind diese Worte der Lesung für uns in den Wüstensand geschrieben: „Jubeln werden die Wüste und das trockene Land, jauchzen wird die Steppe und blühen wie eine Lilie.“ So verspricht es der Prophet Jesaja.

Damit es für uns wahr wird müssen wir den Kopf aus dem Sand erheben und die Schönheit Gottes in unserem Leben wahrnehmen. Das Leben in die schlaffen Hände nehmen und den Weg unter die wankenden Knie. Diese Welt ist kein Paradies, oft gleicht sie eher einer Wüste. Wir sind in sie hineingeworfen, aber wir sind ihr nicht hoffnungslos ausgeliefert. Lasst uns aufbrechen und die Lilie im Wüstensand suchen. Den noch so kleinen Wandel zum Guten mitten in der Wüste der schlechten Nachrichten sehen.

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2. Advent
Es gibt sie! Visionen, die uns begeistern können. Visionen, die uns helfen, Kräfte zu mobilisieren, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. „I have a dream“, „ich habe einen Traum“ sagte Marin Luther King vor fast 60 Jahren und löste damit eine nie für möglich gehaltene Veränderung aus.

Wir hören jedes Jahr im Advent von einer solchen Vision. Jesaja erzählt sie einem traurigen, verlorenen Volk, das in Babylon im Exil sitzt und scheinbar alles verloren hat – selbst verschuldet! Da kommt einer, der wird alles verändern. Aus den alten vertrockneten Wurzeln wird ein neuer Trieb heraus wachsen, so ist eines seiner Bilder. Da kommt einer, auf dem ruht Gottes Geist und da brechen Zustände aus, wie Gott sie sich nur erträumt. Mensch und Natur sind eine Einheit, niemand bedroht den Anderen. Das Lamm beschützt den Wolf und das Baby kann mit der Natter spielen.

Wird es nicht Zeit, dass wir wieder Visionen haben, träumen können! Von einem Miteinander der Menschen, das sich von dem unterscheidet, was wir gerade erleben. Menschen wenden sich in Scharen vom Christentum, von der Kirche ab. Augenscheinlich wegen unserer Skandale. Aber vielleicht liegt der Grund viel tiefer. Vielleicht ist es die Enttäuschung darüber, dass wir nichts mehr von der Vision Gottes ausstrahlen. Von seiner Vision für diese Welt, für unser Miteinander. Diese Vision spricht nicht von vollen Kirchen und großen Jugendgruppen. Sie spricht von einem Miteinander der Menschen, die Gegensätze überbrücken, weil ihre Sehnsucht nach Frieden so groß ist.
Damit Träume Wirklichkeit werden, muss man sich entschließen daraus aufzuwachen.

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1. Advent (Jesaja 2, 1-5)

Am 24. September 1983 hat der Kunstschmied Stefan Nau auf dem Wittenberger Lutherhof im Beisein von 2000 Menschen ein Schwert zu einer Pflugschar umgeschmiedet. Diese Aktion wurde zu DEM Symbol der Friedensbewegung in Ost und West. Vor allem die junge Generation war fasziniert von dem Gedanken "Frieden schaffen ohne Waffen". Von den DDR-Behörden zunächst argwöhnisch beobachtet und schon bald massiv bekämpft. Das runde LOGO, sowie es heute an der Krippe zu sehen ist, war sehr schnell verboten.

Lehrer waren angewiesen den Schülern die Aufnäher von den Ärmeln zu reißen, sollten sie sich weigern sie abzunehmen. Trotzdem taucht der Aufnäher an den Ärmeln oder Aufkleber auf den Schulsachen immer wieder auf. Die Jugend ließ sich nicht einschüchtern. Übrigens - das Orginal der Skulptur, das auf dem LOGO zu sehen ist, steht im Garten des UNO-Hauptquartiers in New York. So unglaublich wie es klingt: Es wurde 1959 von der Sowjetunion gespendet.
Heute – über 50 Jahre später ist der Frieden bedroht wie nie zuvor seit dem 2. Weltkrieg. Damals hatte man das Kriegsspielzeug verboten, später war es verpönt, heute gehört es zur Grundausstattung jedes Kinderzimmers. Sollten wir nicht langsam aufwachen?
Die Botschaft des Propheten Jesaja ist zeitlos gültig. Menschen, die Gottes Weisung folgen, brauchen keine Waffen. Das ist eine tröstliche Zusage in unserer waffenstarrenden Welt. Frieden muss erlernt und eingeübt werden. So zeitig als möglich. Und er hat mit Vertrauen zu tun. Vertrauen in die Gegenwart Gottes und die eigenen Kräfte.
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