Sozialpraktika der Firmlinge

Sozialpraktika der Firmlinge

Sozialpraktika der Firmlinge

# Neuigkeiten - Pfarrei Allerheiligen

Sozialpraktika der Firmlinge

Vom Reden ins Tun zu kommen, ist eine Herausforderung, der wir uns immer neu zu stellen haben. Die Tradition der Kirche kennt unter Berufung auf Matthäus 25,31–46 sogenannte leiblichen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Obdachlose beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen und Tote begraben. Dies war der Beweggrund, unseren Firmlingen an verschiedenen Samstagen die Möglichkeit eines sozial-karitativen Praktikums anzubieten.

 

So besuchten Gruppen von jugendlichen Firmbewerbern an zwei Samstagen die Fazenda de Esperança auf Gut Neuhof bei Nauen. Dieser ‚Hof der Hoffnung‘ ist eine christliche Einrichtung, in der suchtkranke Jugendliche und junge Erwachsene eine längere Zeit der Rekuperation verbringen können, um durch ein einfaches gemeinsames Leben, durch praktische Arbeit auf dem eigenen Bauernhof mit zahlreichen Tieren sowie durch Austausch, Gebet und Gottesdienst zu Selbstvertrauen, Verbundenheit und Stabilität zurückzufinden.

Unsere Firmlinge hierzu: „Besonders beeindruckt hat uns ein Bewohner, der ehrlich von seinem Leben erzählt hat, auch von seiner Zeit mit Drogen. Er hat berichtet, wie er zum Glauben gefunden hat und wie der Glaube und die Zeit auf der Fazenda die Leere in seinem Leben gefüllt und ihm neue Hoffnung gegeben hat. Das war krass, aber auch sehr mutig und hat uns zum Nachdenken gebracht.“ „Wir haben mit angepackt: im Stall geholfen, Laub geharkt, gekocht und mit den Bewohnern gesprochen. Auch die Arbeit mit den Tieren – Eier sammeln und stempeln, Schafe füttern und Futter für die Schweine vorbereiten – war neu und spannend für uns.“ „Der Tag war eine besondere Erfahrung, die wir nicht so schnell vergessen werden.“

 

Eine weitere Einrichtung, die besucht werden konnte, war das Evangelische Hospiz Hermannswerder gewesen. Nicht nur die Einrichtung selbst, sondern auch der bewusste Umgang mit der Frage, wie Menschen am Ende ihres irdischen Lebenswegs würdig und angemessen begleitet werden können, dürfte für viele Jugendliche in dieser Form eine neue Erfahrung gewesen sein. Selbstverständlich war die Begegnung gerahmt in vor- und nachbereitende Gespräche durch die Leitung des Hauses sowie eine Begleitperson. Die Jugendlichen hierzu: „Das Hospiz ist ein schöner Ort. Die Mitarbeitenden kümmern sich so intensiv um die Gäste, dass für sie noch so viel möglich wird.“ „Als wir dort ankamen, wurde gerade eine Verstorbene vom Bestattungsinstitut abgeholt. Das Hospiz wirkt wie ein Hotel zum Genießen als Zwischenstopp für die Gäste. So können sie ihre Krankheit scheinbar vergessen.“ „Ich hätte gedacht, dass es dort traurig zugeht. Es war schön zu sehen, dass die Gäste so leben können, wie sie wollen und ihren Alltag so gestalten können, wie es für sie gut ist.“ „Ich habe eine ‚aufgeklärte‘ Sicht zum Thema Tod und Sterben bekommen. Vielen Dank der Pflegedienstleiterin Frau Kothe für die uns geschenkte Zeit!“

 

Eine dritte konkrete Möglichkeit zum praktischen Tun bestand in der Mitarbeit am Kirchenputz unserer Propsteikirche, welcher vom Ausschuss ‚Ökologie mit Haus und Hof‘ und von zahlreichen Mitgliedern der Gemeinde St. Peter und Paul getragen wurde. Auch hieran beteiligten sich am vergangenen Samstag viele Firmlinge. Weitere werden an diesem Wochenende bei der Suppenküche der Missionarinnen der Nächstenliebe (‚Mutter-Teresa-Schwestern‘) in Berlin-Kreuzberg sowie bei der Essensausgabe der Potsdamer Tafel e.V. am Schlaatz mitwirken.

 

Meine Anerkennung gilt den Jugendlichen selbst, aber auch R. Bläsing, S. Kaufhold, S. Menzel, E. Schade und C. Sobotta, die unsere Firmlinge an den einzelnen Praktikumsorten ehrenamtlich begleitet haben und zu Gesprächen und Austausch mit ihnen zur Verfügung gestanden waren!



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