06/03/2026 0 Kommentare
Im Scheitern Gott erfahren
Im Scheitern Gott erfahren
# Neuigkeiten - Pfarrei Allerheiligen

Im Scheitern Gott erfahren
Sich das Leben als Scherbenhaufen vorzustellen ist nicht leicht – vielleicht gerade für religiös sozialisierte Menschen. Gar als gescheitert zu gelten, noch viel weniger!
Doch lohnt sich ein tieferer Blick: Das Leben vieler Gestalten in der Bibel und zahlreicher Heiliger kann in einem gewissen Sinn als ein Scheitern aufgefasst werden – nicht zuletzt das Leben Jesu mit seinem Nicht-Verstanden-Werden und seinem Tod am Kreuz. Andererseits: Gibt es in der Kirche genügend Raum zum Scheitern? Geht es nicht darum, sich eine weiße Weste zu bewahren und, wie früher gerne gesagt wurde, möglichst im Stand der Gnade zu bleiben? Und wenn wir scheitern: scheitern wir an uns selbst, an der eigenen Familie, an der Umwelt, an der Gesellschaft, an der Kirche oder an Gott?
Diesen Fragen möchte ich am Sonntag, den 15. März nach Hl. Messe und dem Essen der Fastensuppe in St. Cäcilia in Michendorf in einem Impuls und möglichst auch im gemeinsamen Austausch nachgehen. Im Hintergrund steht hierbei eine „Theologie des Scheiterns“, welche im tatsächlichen oder vermeintlichen Scheitern einen Ansatzpunkt für eine erneuerte Gottesbegegnung erkennt (Christian Kern: Scheitern Raum geben. Theologie für eine post-souveräne Gegenwartskultur, 2022).
Wer man, kann hierzu auch den Online-Artikel von Birgit Stollhoff, jetzt Leiterin des Katholischen Büros in Mecklenburg-Vorpommern, über das Scheitern als Grenzerfahrung lesen. Zum Abschluss möchte ich eine Erfahrungsdimension des katholischen Religionsphilosophen Peter Wust (1884–1940) vorstellen, der ein ‚Scheitern an Gott‘ von einem ‚Scheitern in Gott hinein‘ unterscheidet.
Ich freue mich, am Laetare-Sonntag mit Ihnen über dieses zugegebenermaßen sehr persönliche und sensible Thema in einen Austausch und eine Reflexion zu kommen!
Pfarrvikar Raphael Weichlein
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