Hungertuch 4. Fastensonntag St. Cäcilia

Hungertuch 4. Fastensonntag St. Cäcilia

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# Spirituelle Impulse - St. Cäcilia

Hungertuch 4. Fastensonntag St. Cäcilia

Von den drei Bildern, die zum 4. Fastensonntag gehören, erschließt sich uns das obere wahrscheinlich am ehesten. Ein kleines Kind überreicht Jesus einen Korb mit fünf Broten und zwei Fischen.

Die Geschichte der Brotvermehrung berichten alle vier Evangelisten und schon das zeigt, dass sie eine wichtige Botschaft hat. Direkt hinter Jesus, auf Tuchfühlung sozusagen, die Jünger, die übervolle Körbe an die Menschen austeilen. Zwischen nehmen und geben -  ist kein Platz gelassen. Und doch passiert genau dazwischen das Eigentliche, was die Evangelisten sehr knapp beschreiben: Er schaute zum Himmel auf und sprach das Dankgebet. Keine Bitte, dass Gott doch das Brot für alle reichen lassen soll. Er dankt für das Wenige! Vielleicht können wir das aus diesem Bild mitnehmen: Dankbar zu sein für das Wenige anstatt zu klagen über das, was wir nicht haben.

Im Bild darunter sehen wir Jesus in einer Menge von Menschen, die ihn geradezu bedrängen. Alle Augen sind hilfesuchend auf ihn gerichtet.

Sie wollen gesund werden – sie hoffen auf ein Wunder. Das Blau in der Kleidung unterstreicht wieder, dass etwas passiert, was über unseren Horizont hinausgeht. Das Neue Testament berichtet von vielen Heilungsgeschichten. Es sind drei Arten von kranken Menschen. Die Gelähmten, die Blinden und die Verkrüppelten. Lähmung hat immer etwas mit Angst zu tun. Angst lähmt und blockiert uns. Die Blinden wagen nicht ihre eigene Wahrheit anzuschauen, ihre eigenen Schwächen und Schattenseiten. Und die Verkrüppelten, die nicht dem üblichen Körperideal entsprechen oder psychisch nicht robust genug sind. Zu allen sagt Jesus: Steht auf! Kommt heraus aus eurer Opferrolle. Macht euch gegenseitig Mut. Ihr seid mehr als eure Behinderung.

Das Bild VIII rechts daneben lässt uns an die Geschichte von dem reichen Jüngling denken.

Er kniet am unteren Bildrand ängstlich bemüht seine Geldsäckchen festzuhalten. Da kommt einer zu Jesus, der alle Gebote und Gesetze von Jugend auf befolgt hatte und fragt: Was muss ich noch tun, um das ewige Leben zu erlangen? Noch? -  Ist das nicht schon genug? Das ist wahrscheinlich mehr als jeder von sich behaupten kann. Aber Jesus verlangt noch mehr. „Geh hin, und verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen. Dann wirst Du einen Schatz im Himmel haben.“ Das himmelblaue Kästchen am unteren Bildrand weist darauf hin. Hier trifft Jesus unseren wunden Punkt – unseren eigenen und den unserer Kirche! Wir sollen unser Herz nicht an unseren Besitz hängen. Das Zauberwort ist: Loslassen! Natürlich können wir nicht ohne alles leben, aber der Besitz ist niemals das Leben selbst. Das Lassen fällt uns so schwer, weil es um mehr als den Besitz geht – es geht darum uns selbst zu lassen. Solange wir an uns selbst hängen, sind wir nicht offen für Gott, nicht offen für Andere. Das Kind mit dem Brotkorb hat nichts für sich selbst zurückbehalten. Bei so viel Vertrauen - blieben 12 Körbe übrig.

Die Impulse zu den vorangegangenen Fastensonntagen finden Sie hier: https://www.allerheiligen.de/s...

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