Hungertuch 3. Fastensonntag St. Cäcilia

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# Spirituelle Impulse - St. Cäcilia

Hungertuch 3. Fastensonntag St. Cäcilia

Zu unserer dritten Geschichte gehören die Bilder V bis VII und es ist wieder eine Geschichte, die uns sehr bekannt ist. Die Geschichte von Zachäus. 

Wir wissen: Er war reich, er war klein, er war ein Zöllner und er war ein Betrüger. Aber vielleicht ist das nur das halbe Leben und die halbe Wahrheit. 

Unser erstes Bild zeigt ihn ganz im Hintergrund, klein wie ein Kind im Gegensatz zu den Menschen, die auf Jesus warten. Wäre er ein Kind würde er sich wahrscheinlich vordrängeln, um etwas zu sehen. Aber er ist ein Mann, der von den Anderen klein gemacht wurde. Voll von Minderwertigkeitskomplexen wegen seiner Körpergröße, trifft ihn auch noch der Hass und der Neid seiner Mitmenschen. Er ist ein Ausgesonderter – ein Sünder in den Augen der Menschen. Lukas schreibt: Er begehrte Jesus zu sehen. Wir wissen nicht, ob er sich das schon lange gewünscht hatte oder ob es nur so eine Blitzidee war, ob Neugier oder Hoffnung sein Antrieb waren.

Er bestieg jedenfalls diesen Baum und dort oben wirkt er noch kleiner. Die Hand vor dem Mund erschrickt er vielleicht gerade vor seiner eigenen Courage. Hoffentlich schaut keiner nach oben. Wie peinlich wäre denn das wenn sie ihn, den Oberzollpächter, hier erwischen würden. Er würde sich in Grund und Boden schämen. Die ganze Stadt würde über ihn lachen.

Dann schaut doch einer hoch, hoch in den Himmel und er sieht in Zachäus den Himmel. Jesus fragt nicht. Warum bist du da heraufgestiegen. Er fragt nicht nach dem Beruf, nach dem Alter, nach der Karriere oder den Familienverhältnissen. Jesus interessiert sich genau für die andere Hälfte des Lebens von Zachäus, nämlich für diejenige, die noch vor ihm liegt. Steig herunter, wir wollen bei dir zu Hause essen. Bei ihm zu Hause, bei Zachäus, dort wo er ganz privat ist. Er kann es nicht fassen. Er kann nun etwas tun, was er gut kann.

Die braven Leute stehen immer noch am Straßenrand, aber nun haben sie die Hand vor dem Mund und tuscheln. Was sie sich hinter der vorgehaltenen Hand erzählen, mag sich jeder von uns selbst sagen.

Wo wären wir in dieser Geschichte? Bei den braven, aber heimlichen Empörern? Oder: In sicherer Distanz auf dem Baum unserer eigenen Wahl, um uns erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Und was werden wir tun, wenn Einer unsere Hilfe braucht. Ratschläge sind oft mehr Schläge als Rat. Vielleicht sollten wir es mal mit der positiven Art von Jesus versuchen.

Die Impulse zu den vorangegangenen Fastensonntagen finden Sie hier: https://www.allerheiligen.de/s...

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